Sonntag, 14. Januar 2018

Sammlung Gurlitt im Kunstmuseum Bern

Das Kunstmuseum Bern zeigt eine hoch interessante   Ausstellung: Die Sammlung GURLITT «Entartete Kunst – beschlagnahmt und verkauft». Noch bis 4. März 2018.



Was für ein Hammer! Im Mai 2014 erfuhr man in Bern völlig überraschend, dass Cornelius Gurlitt in seinem Testament die Stiftung Kunstmuseum Bern als Alleinerbin seiner Sammlung bestimmt hatte. 


Emil Nolde (1867-1956). Tänzerlin, 1913. 


Franz Marc (1880-1916). Sitzendes Pferd, 1912.


Wer war Cornelius Gurlitt? Der Sohn des deutschen Kunstsammlers Hildebrand Gurlitt (1895-1956). Hildebrand Gurlitt war 1925 bis 1933 Museumsdirektor in Zwickau und Hamburg, danach Kunsthändler. Die Nazis beauftragten ihn, aus deutschen Museen beschlagnahmte «entartete Kunst» ins Ausland zu verkaufen, um dem Hitlerregime Devisen zu beschaffen. 

Gurlitt baute sich daneben seine eigene Kunstsammlung auf. Ein Teil davon wurde bei Kriegsende von den Allierten beschlagnahmt, doch gelang es ihm, seine Sammlung 1950 wieder zurück zu bekommen. Er starb 1956 an einem Autounfall, – die Sammlung ging an seinen Sohn Cornelius. Cornelius Gurlitt (1932-2014) erbte...

Weiterlesen:
http://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/Bern_Kunstmuseum_Gurlitt_2017.html


Otto Dix (1891-1969). Mädchen. 



Donnerstag, 28. Dezember 2017

Hat sich van Gogh wirklich umgebracht?

Neu im Kino: 
«Loving Vincent»
Hat sich van Gogh wirklich umgebracht? Oder war es Mord?

Mit dieser Frage befasst sich eine Filmbiographie in Krimiform, die eben in den Kinos angelaufen ist. Eine schlüssige Antwort bringt zwar der Film (Drehbuch/Regie Dorota Kobiela und Hugh Welchman) auch nicht. Aber der 90-minütige Streifen ist ein echter Leckerbissen für Van-Gogh-Fans, weil er im Malstil des Künstlers produziert wurde. 

Ein Zeichentrickfilm, aber nicht gezeichnet, sondern gemalt, in Öl, in den charakteristischen, groben Pinselstrichen van Goghs. Als ob er den Film selbst gezeichnet und gemalt hätte... einfach nur genial. 

Mehr: http://www.artfritz.ch/kuenstler/vangogh.html



Zur Technik: Zuerst wurden die Szenen mit Schauspielern gedreht. Dann machten sich die Künstler ans Werk. Aus 5000 Bewerbungen hatte man rund 100 ausgewählt. Sie malten das erste Bild jeder Szene in Öl. Anschliessend wurde davon ein Standbild geschossen, bevor man das Filmmaterial um ein Bild vorspulte. Nun mussten die Maler für jedes weitere Bild «nur noch» die Bewegungen einbauen. Es sollen 65'000 einzelne Gemälde geworden sein...

Hier ein Link zum «Making of» bei YouTube: 
https://www.youtube.com/watch?v=_YljFPKrHAg



Dienstag, 12. Dezember 2017

Weihnacht – Fakten, Mythen, Kunst.

Was feiern wir am 25. Dezember? Das weiss doch jedes Kind: Die Geburt Christi. Aber kam Jesus wirklich an Weihnachten zur Welt? Wohl eher nicht. Niemand weiss, wann Christus geboren wurde. Nicht einmal das Geburtsjahr ist bekannt, geschweige denn der exakte Tag.

Bibelforscher versuchen seit Jahrhunderten, den Geburtstag von Jesus Christus zu ermitteln. Ohne Erfolg. Da die Kirche aber ein Datum brauchte, um seine Geburt zu feiern, legte man den 25. Dezember fest. Wie kam man auf dieses Datum? Es gibt mehrere Theorien... weiterlesen:

http://www.artfritz.ch/GESCHICHTE/weihnachten.html



Botticelli (1445-1510). Christi Geburt. Innenfassade der Kirche Santa Maria Novella, Florenz.


Für die Kunst und die Künstler ist die Geburt Jesus' natürlich eine spannende Angelegenheit. Zumal Gottes Sohn nicht «natürlich» gezeugt wurde, sondern durch den heiligen Geist. Das eröffnet Raum für die schönsten Fantasien, und die Menschen waren dankbar für die prächtigen Engel und Madonnen. Viele Künstler der Renaissance haben sich diesem Thema angenommen... mehr:

http://www.artfritz.ch/MUSE/weihnacht/index.html


Gentile da Fabriano (1370-1427). Adorazione dei Magi. Galleria degli Uffizi, Firenze. 


Raffael (1483-1520). Madonna mit der Rose. Museo del Prado, Madrid.

Frohe Weihnachten und schöne Festtage!

Freitag, 24. November 2017

Gefeiert oder verspottet?


Im Kunsthaus Zürich läuft zur Zeit die Ausstellung 
«Französische Malerei 1820-1880» unter dem Titel GEFEIERT & VERSPOTTET.

Die Ausstellung zeigt spannende Werke – zusammengetrommelt bei Museen aus aller Welt. Und weil sich die Wellen inzwischen gelegt haben und der Betrachter von heute ein «akademisches» Bild genau so gut finden kann wie ein impressionistisches, – je nach seinem persönlichen Geschmack – kommt hier jeder zu seinem Kunsterlebnis. Bis 28. Januar 2018.



Gefeiert oder verspottet? Der Titel soll natürlich provozieren – und das gelingt ihm auch. In dieser Bilderschau darf man sich bei jedem Werk fragen, in welche der beiden Kategorien man es selber stecken würde. 



Jahrhundertelang bestimmte die Jury am «Salon de Paris», was «gute Kunst» war. Schon seit 1673, als der Sonnenkönig Louis XIV den Salon begründete. Allerdings war damals die Beurteilung eines Gemäldes noch bedeutend leichter – es galt einfach die Leitlinie der akademischen Malerei. 



Für viele Künstler war der Salon ein Ort des Grauens. Vor allem für jene, deren Werke abgelehnt wurden. Zumal es für einige um die nackte Existenz ging. Und ohne Anerkennung durch den Salon mussten viele bös unten durch. Es gab aber auch Künstler, die ihren Stil flexibel anpassten, um einen Fuss in die Türe des Salons zu bekommen. Wie zum Beispiel Edouard Manet, der Velazquez nachahmte und dafür eine «ehrenvolle Erwähnung» erhielt. Anders Paul Cézanne. Er soll 17mal versucht haben, vom Salon akzeptiert zu werden...

Weiterlesen: http://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/franz_malerei_gefeiert-und-verspottet.html

Samstag, 11. November 2017

Florenz zum dritten


Uff, es ist vollbracht! Fast einen Monat nach der Rückkehr aus Florenz sind nun die wichtigsten Kulturstätten auf der Website verabeitet. Hier ist der Link dazu:

http://www.artfritz.ch/museen_florenz_ueberblick.html



Zu den letzten Einträgen gehören ein paar echte Highlights. Da ist mal die Brancacci-Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine mit den grossartigen Fresken von 
Superstar MASACCIO


Und in der Basilika San Lorenzo sind es die Cappella dei Principi und die Medici-Gräber mit den beeindruckenden Grabskulpturen von MICHELANGELO.



Im Kloster San Marco, das heute ein Museum ist, kann man hautnah miterleben, wie die Mönche im Mittelalter gelebt haben. Und was für tolle Kunstwerke die «Fra» hinterlassen haben. Allen voran FRA ANGELICO
Hier gibts mehr:





Sonntag, 29. Oktober 2017

Neues aus Florenz

Die Verarbeitung der Florenz-Reise macht Fortschritte – einige der bedeutenden Stationen sind jetzt im Netz. Wie die «Galleria degli Uffizi» mit der grossartigen Sammlung italienischer Kunst. Mit Werken von Leonardo, Botticelli, Raffael... 



Oder wer sich ein Bild machen will, wie sich die Medicifürsten mit Kunst umgaben, findet Interessantes im «Palazzo Vecchio»: 
http://www.artfritz.ch/MUSEEN/florenz_palazzo-vecchio.html


Einen Überblick über die grossen Könner des 16. Jahrhunderts zeigt die Sonderausstellung «Il Cinquecento a Firenze». Hier ein Werk des florentiner Manieristen Jacopo Pontormo (1494-1557). «Deposizione», 1525-28. Das Gemälde ist normalerweise in der Kirche Santa Felicità zu sehen. Zurzeit an der Ausstellung im Palazzo Strozzi (noch bis 21. Januar 2018).



Hier gehts zur Einstiegseite «Florenz: Highlights der Kunst»:

http://www.artfritz.ch/museen_florenz_ueberblick.html

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Florenz – Stadt der Kunst


Zurück aus Florenz. Was für eine Stadt! Andere Städte haben auch grossartige Museen und reiche Kunstschätze. Aber keine ist so kompakt wie Florenz. Hier pendelt man zu Fuss von einem Highlight zum anderen. Auf wenigen Kilometern ballt sich ein unermesslicher Kunstschatz, der über Jahrhunderte hinweg zusammengetragen wurde. Begonnen hat das mit den Medici, die begeisterte Kunstfans und Kunstförderer waren. 

Die Verarbeitung des Gesehenen auf artfritz.ch wird einige Wochen dauern... 
Etwas ist schon im Netz. 

Hier:  http://www.artfritz.ch/museen_florenz_ueberblick.html






Montag, 2. Oktober 2017

Museum Franz Gertsch, Burgdorf


Das hübsche Städtchen Burgdorf BE ist eine Reise wert! Im Museum Franz Gertsch gibt es Kunst der besonderen Art zu sehen: Fotorealismus vom Feinsten. In XXL-Format. Man glaubt, Fotos zu sehen – aber es sind Gemälde. Oder noch extremer: Einige sind Holzschnitte! Holzschnitte? Das sind doch normalerweise flächige, schwarze Abbildungen. Aber nicht bei Franz Gertsch. Bei ihm sind die Holzschnitte so detailreich wie ein Fotodruck. Basierend auf tausenden, ja hunderttausenden von Punkten, die der Künstler in mühsamer Arbeit in die hölzerne Druckplatte gestochen hat. Wer dem Geheimnis auf die Spur kommen möchte, der sollte im Museum in Burgdorf den kurzen Lehrfilm anschauen, wie so eine Druckplatte entsteht. Da staunt man nur noch.



Mehr: http://www.artfritz.ch/kuenstler/gertsch.html



Gleichzeitig findet im Museum Franz Gertsch in Burgdorf eine Sonderausstellung zum 40. Todestag von Varlin statt (läuft noch bis 4. März 2018). Der Zürcher Künstler (1900-1977) hiess mit richtigem Namen Willy Guggenheim und verkehrte in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts in den Pariser Kreisen der Avantgardisten. Sehenswert. 



Mehr: http://www.artfritz.ch/kuenstler/varlin.html

Montag, 18. September 2017

Auf nach Florenz!


Reisevorbereitung für Florenz. Da gibt es ein Buch, das unbedingt ins Gepäck gehört: «Künstler der Renaissance» von GIORGIO VASARI. Eine Sammlung von Biographien der bedeutendsten italienischen Maler und Architekten. 

Künstlerbiographien gibt es viele, aber die ist speziell: Sie wurde um 1550 publiziert! Da hatte Vasari, der von 1511-1574 lebte, zu einigen der Superstars wie Michelangelo oder Leonardo noch persönlichen Kontakt!

Vasari greift aber auch weiter zurück, 300 Jahre vor seiner Zeit. Bis zu Cimabue (geb. 1240) oder Giotto di Bondone (geb. 1266), dem Begründer der Renaissance. 



Mehr über Vasari:
http://www.artfritz.ch/kuenstler/vasari.html

Mehr über Giotto di Bondone:
http://www.artfritz.ch/kuenstler/giotto.html


Samstag, 2. September 2017

Auguste Rodin und Camille Claudel


Zurzeit läuft der Film RODIN. Es ist ein Biopic über die Phase des grossen französischen Bildhauers Auguste Rodin (1840-1917) mit seiner Muse Camille Claudel, mit der er ein Jahrzehnt lang eine leidenschaftliche Liaison hatte. Der Film zeigt in emotionalen Bildern, wie sich die beiden Verliebten mit der Zeit auseinander lebten und nur noch stritten. Bis sie den grossen Meister für immer verliess. Rodin wird von Vincent Lindon gespielt, Camille von Izïa Higelin. 




Wer sich vor dem Kinobesuch über Rodin und einige seiner berühmtesten Werke schlau machen will, findet hier mehr:

http://www.artfritz.ch/museen_paris_rodin.html




Samstag, 26. August 2017

Sammlung Hahnloser in Bern


Nicht verpassen...

Manchmal besucht man eine Ausstellung nicht sofort, weil man denkt «die läuft ja noch ewig». Und dann verpasst man sie. Weil die Zeit so schnell vergeht. Die Ausstellung der Sammlung Hahnloser zu verpassen, wäre schade. 

Sie läuft im Kunstmuseum Bern (bis 11. März 2018) und zeigt Highlights von Schweizer Avantgardisten und von berühmten Franzosen der Moderne: Cézanne, Bonnard, Matisse und so. 


Félix Vallotton (1865-1925). La Blanche et la Noire, 1913. 
Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, Kunstmuseum Bern.


Was das Sammlerpaar Arthur und Hedy Hahnloser in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts  zusammen getragen hat, ist faszinierend. Möglich war das, weil sich die Hahnloser für Künstler engagierten, die damals noch kaum bekannt oder zumindest umstritten waren: Félix Vallotton, Giovanni Giacometti, Pierre Bonnard, Henri Matisse... Die Sammler pflegten nicht nur freundschaftliche Kontakte zu diesen Künstlern, sie kauften ihre Werke auch und bauten so ihre Sammlung auf...

Weiterlesen: http://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/hahnloser-ausstellung_kunstmuseum_bern_2017.html 


Henri Matisse (1869-1954). Odalisque debout, 1918-19. 
Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, Kunstmuseum Bern.


Sonntag, 20. August 2017

Tizian (1490-1576)

Tiziano Vecellio ist der berühmteste Künstler Venedigs und zählt zum Kreis der bedeutendsten Vertreter der Hochrenaissance, zusammen mit Raffael, Leonardo und Michelangelo. Sein Markenzeichen sind die strahlenden Farben. Mit seinem Stil beeinflusst er ganze Maler-Generationen – weit über Italien hinaus. Rubens und Rembrandt, Poussin und Delacroix, sie alle sind seine Jünger.

Wann Tizian zur Welt kommt, weiss heute niemand mehr. Im Sterberegister von Venedig steht: «Er starb im Alter von 103 Jahren». Geburtsjahr wäre also…

Weiterlesen: http://www.artfritz.ch/kuenstler/tizian.html



Kaiser Karl V ist sein grösster Fan. Weil Tizian nicht nur malen kann, sondern auch schönen. Hässliche Gesichter in schöne verwandeln. Und Karl V ist nun wirklich hässlich mit seinem extrem vorstehenden Kinn. Aber auf den Gemälden von Tizian kommt er ganz passabel daher. Der Kaiser ist so begeistert, dass er den Künstler zum «Ritter vom Goldenen Sporn» schlägt. Normalerweise darf sowas nur der Papst. Aber als Kaiser... Notabene: auch Wolfgang Amadeus Mozart ist so ein Ritter. Und Benito Mussolini auch.

Mehr über Kaiser Karl V: http://www.artfritz.ch/GESCHICHTE/karl_V.html

Montag, 14. August 2017

Giorgio Vasari

Giorgio Vasari (1511-1574),
der erste Kunsthistoriker und Verfasser von Künstler-Biographien.

Er selbst war auch Künstler, sogar Hofmaler bei den Medici in Florenz. Berühmt wurde er aber, weil er Biographien über die grössten italienischen Maler verfasst hat. Von Giotto und Cimabue bis Leonardo und Michelangelo. Sein bekanntestes Werk heisst «Künstler der Renaissance» und wird noch heute als beste Quelle für Lebensläufe der Malergrössen verwendet. Vasari gilt auch als der «Erfinder» der Ausdrücke «Gotik» und «Renaissance».



Keine andere Quelle der Renaissance verrät so viel über die Künstler, ihre Eigenarten und Persönlichkeiten. Das Bild von Größen wie Leonardo und Michelangelo ist mindestens so sehr von Vasaris Viten geprägt wie von ihren Werken. Praktisch jede populäre Schrift und jeder Film basieren auf Vasaris Schilderungen, die jedoch alles andere als neutral sind. Erst die moderne historische Forschung hat viele Unstimmigkeiten in Vasaris Werk aufgedeckt. 

Mehr: http://www.artfritz.ch/kuenstler/vasari.html